Das Neue Mühlerama
Mühle Tiefenbrunnen (CH)
Dauerausstellung
Museumskonzeption, Szenografie Dauerausstellung, Umbau
2015 - 2018
Die noch funktionierende industrielle Mühle aus dem Jahr 1913 bildet das Kernstück des Museums und macht es einzigartig in der Schweiz. Doch das neue Mühlerama hat noch mehr zu bieten: Die Vermittlung aller Themenbereiche binden den Besucher stärker ein und intensivieren das Museumserlebnis. „Das sprechende Haus“, einem szenischen Hörstück, erzählt aus der Perspektive der Mühle die über hundertjährige Geschichte der vormaligen Brauerei Tiefenbrunnen und verbindet diese mit der Gegenwart. Die charaktervolle Stimme der Schauspielerin Maja Stolle fasziniert und lässt u.a. historische Begebenheiten wie die Anfänge der Zürcher Arbeiterbewegung, das jüngst aktuelle Thema der Selbstversorgung und die Familiengeschichte der Müllerfamilie Wehrli aufleben.
Ziel der Erneuerung waren unter anderem auch, dass der Individualbesucher im Museum sein eigenes Brot backen kann. Die Mahlwerkstatt, in der unter anderem auf originalen Steinreiben aus der Pfahlbauerzeit bis hin zur modernen Haushaltsmühle zuerst das Mehl hergestellt werden kann, bietet einen Einblick in die Entwicklung der Müllerei. Das selbst hergestellte Mehl kann sogleich in der Backwerkstatt zu einem Teig geformt und verbacken werden - experimentieren ist erlaubt.
Aktuelle Themen zu Ernährung, Genuss und Ökologie behandeln zwei Neuheiten. Das erste ist eine Rekonstruktion des ehemaligen Förderbands in der Passerelle zu den Bahngeleisen. Das Förderband das ursprünglich das Getreide von den Bahnwagen ins Kornsilo transportiert hatte, transportiert heute 32 Tellergerichte, die über aktuelle Ernährungstrends, über den Umgang mit Ressourcen und über persönliche Vorzüge in der Ernährung informieren. Die zweite Neuigkeit ist ein Spiel, dass Fiktion und Realität verbindet. In einem krimiartigen Kombinatorikspiel das durch das gesamte Haus angelegt ist, lernt man, dass heute aktuelle Ernährungsthemen bereits vor fast hundert Jahren in Zürich bekannt waren.
Medienplanung: Tweaklab, Basel
Lichtplanung: Tokyoblue, Zürich
Textarbeit: Marcel Hänggi, Zürich
Grafik: Groenlandbasel, Basel
Hörspiel: Fischteich, Aarau











